Die Wartenbergstraße 22 Wir wollen bleiben


Das Bauamt fordert von uns einen Bauantrag für ein Gewerbegebäude auf Grund von zwei Punkten:

  1. Das Gebäude stünde angeblich in einem reinen Gewerbegebiet, weshalb keine Wohnnutzung weitergeführt werden könne. Anfang der 1990er Jahre wurde dieser Gebietsstatus trotz seit dem 19. Jahrhundert bestehender Mischnutzungen erklärt, um die damals wieder aufgegriffene Planung des Ringschlusses der Autobahn A 100 vorzubereiten. Der damalige Vorgang wurde wiederholt gerichtlich diskutiert und mittlerweile revidiert. Im aktuellen Amtsdeutsch handelt es sich um ein „Kerngebiet“ bzw. etwas vager um eine „Gemengelage“, wodurch Wohnnutzungen neben den gewerblichen Nutzungen nicht mehr verboten sind.
  2. Das Gebäude hätte durch eine längere Nutzungsunterbrechung seinen Bestandsschutz verloren und wäre außerdem bereits seit 1976 als Gewerbegebäude genutzt worden, womit ohnehin Wohnen keine Bestandsnutzung sei. Dass Letzteres nicht stimmt, konnten wir ohne weiteres durch Gespräche mit Vormietern und Adressverzeichnissen der letzten Jahrzehnte widerlegen. Eine Nutzungsunterbrechung kann zum Verlust des Bestandsschutzes führen, wenn ein Eigentümer offensichtlich nicht mehr vor hat, eine Nutzung wieder aufzunehmen. Dass der Vorbesitzer sich keine Renovierungsarbeiten traute, lag allerdings an der ungewissen Zukunft durch die zunächst als unvermeidlich kommunizierte Autobahnbaustelle. Eine Nutzungsaufgabe von seiner Seite gab es dabei genau so wenig wie eine Warnung vom Bauamt, dass er Gefahr läuft, den Gebrauchswert seines Gebäudes zu verlieren.

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